Stellt man sich eigentlich die Frage, was mit den alten Autoreifen geschieht, wenn man sich neue zugelegt und die alten gegen einen geringen Aufpreis beim Händler gelassen hat? Den alten Reifen ergeht es ganz unterschiedlich. Einige werden schlichtweg verbrannt, andere werden ins europäische Ausland verkauft und wieder andere werden in Afrika zu neuem Leben erweckt. Jedes Jahr fallen in Deutschland 600.000 Altreifen an, die es zu entsorgen gilt. Im Jahre 2003 wurde es allerdings verboten, die Reifen in Deutschland zu deponieren, aus diesem Grunde mussten neue Lösungen her.
Für die meisten der Altreifen kommt es zur Wiederverwertung, sie werden dann zum Beispiel in der Zementindustrie als Brennstoff benutzt. Es gibt allerdings auch eine stoffliche Verwertung, bei der die Reifen dann als Gummimehl oder Granulat Bestandteil neuer Produkte, wie zum Beispiel Sportplatz-, Straßen- oder Dachbelegen werden. Es ist angestrebt, dass Altreifen zukünftig immer mehr in der Herstellung von Kunststoffen und deren Produkten benutzt werden. Die Technische Universität Chemnitz hat eine Forschungsgruppe zusammengestellt, die ein Verfahren entwickelt hat, mit dem innovative Kunststoffe auf der Basis von Gummimehl hergestellt werden können. Diese neuen Kunststoffe nennen sich Thermoplastisches Elastomere (TPE). Das geniale an diesen Kunststoffen ist, dass sie jederzeit wieder eingeschmolzen werden können und das unterscheidet sie deutlich von Gummi.
Dieses Forschungsprojekt wurde vorangetrieben und ausgebaut und in zwischen ist es möglich, dass man aus diesem Kunststoff Bauteile für Automobilindustrie herstellt. Achsmanschetten wären ein denkbares Produkt. Noch ist dieser Kunststoff in der Erprobungsphase, aber die Vermarktung steht unmittelbar bevor.
Es ist aber nicht so, dass alle Altreifen wiederverwendet werden. Andere Länder, andere Sitten, in anderen Ländern, gelten die Reifen noch längst nicht als abgefahren, wie dies hierzulande zu beurteilt ist. Vor allem in Osteuropa werden Altreifen auf Deutschland noch einige Zeit gefahren. Hier in Deutschland sind die runderneuerten Reifen bekannt. Bei dieser Wiederaufbereitung wird die Lauffläche des Altreifens abgeschält und mit einer neuen Gummischicht, die wieder genügend Profil zu bieten hat, belegt und aufvulkanisiert. Diesem runderneuerten Reifen wird aber häufig mit Misstrauen begegnet, wie man auf online-reifen.com im Verkauf bemerkt. Möchte jemand Kompletträder kaufen ist diese Thematik nicht gegeben, aber bei der Anschaffung neuer Reifen. Aufgrund dieses Misstrauens werden runderneuerte Reifen in den meisten Fällen für Lkw benutzt, da die Sicherheitsgarantie für diese Reifen nur bis zu einer Geschwindigkeit von 180 km/h gegeben wird.
Es gibt aber noch allerlei andere Einsatzmöglichkeiten von Altreifen. So werden mit ihnen zum Beispiel Silos in der Landwirtschaft abgedeckt, oder sie puffern Boote und Anleger oder sie werden als Schaukeln auf Abenteuerspielplätzen eingesetzt. Bei diesen Fremdeinsätzen muss lediglich nachgewiesen werden, dass die Altreifen keine Umweltbelastung darstellen. Es wurden Bedenken geäußert, das sich auch bei solch einem Einsatz, wie oben beschrieben, schädliche Substanzen aus dem alten Gummi lösen könnten und so Umwelt und Gesundheit gefährden. Aus diesem Grunde wird inzwischen Vorsicht walten lassen, da die Stimmen besorgter Eltern laut wurden.
In Afrika werden die alten Reifen am originellsten verarbeitet. In diesem Land gibt es Handwerker, die aus Altreifen Sandalen herstellen. Die Sohlen werden aus dem Profil hergestellt und aus den Seitenteilen die Riemchen. Bauern in Afrika bevorzugen dieses robuste Schuhwerk, zumal ein Paar Sandalen schon für 50 Cent zu haben ist. Bei diesem Einsatz ist dann unerheblich, ob die alten Reifen einmal einen Porsche geziert haben oder von besonders guter Marke waren, sie sind auf jeden Fall eine gute und sinnvolle Einsatzmöglichkeit alter Reifen.
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